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Rum-Sorten

Von weißem und braunem Rum über Rhum Agricole bis zu ungesüßten Puristen und seltenen Raritäten: was jede Sorte ausmacht und welche Flaschen die Community am höchsten bewertet.

Rum ist eine Spirituose aus Zuckerrohr. Was am Ende in der Flasche steckt, entscheiden aber Rohstoff, Brennblase und Fass. Daraus entstehen sechs Stilfamilien: weißer Rum, brauner (gereifter) Rum, Rhum Agricole, gesüßter Rum, ungesüßter Rum und Raritäten. Der Alkoholgehalt reicht von den gesetzlich vorgeschriebenen 37,5 % vol. bis über 60 % bei Fassstärke und Overproof. Diese Übersicht stellt jede Sorte gegenüber und zeigt daneben, wie die RumX-Community sie bewertet. Welche einzelnen Flaschen am besten abschneiden, steht unter bester Rum.

Die Rum-Sorten im Vergleich

Rohstoff, Reifung und Brennblase entscheiden über den Charakter. Die Community-Wertung daneben ist der Median aus allen Bewertungen, die RumX-Taster für Flaschen dieser Sorte abgegeben haben.

SorteRohstoffReifungGeschmacksbildPasst zuCommunity-Wertung
Brauner Rum 16.051 rumsMelasse, seltener ZuckerrohrsaftMindestens ein Jahr im Fass, oft deutlich längerVanille, Karamell, Trockenfrüchte, HolzPur trinken, Einstieg in gereiften Rum8,0/10 275.751 Bewertungen
Ungesüßt 8.845 rumsMelasse oder ZuckerrohrsaftJede Reifung. Entscheidend ist der fehlende Zuckerzusatz.Trocken, klar konturiert, Fass und Rohstoff bleiben sichtbarPuristen, Vergleichsverkostungen8,2/10 158.204 Bewertungen
Rhum Agricole 4.039 rumsFrischer Zuckerrohrsaft statt MelasseBlanc ohne Fass, Vieux ab drei JahrenGrasig, mineralisch, pfeffrig, mit salziger SpitzeTi Punch, Daiquiri, Terroir entdecken8,1/10 41.200 Bewertungen
Weißer Rum 1.813 rumsMeist Melasse, beim Agricole ZuckerrohrsaftOhne Fass oder gereift und wieder klar gefiltertLeicht, spritzig, Zuckerrohr, ZitrusCocktails, Highballs, heiße Tage7,8/10 12.031 Bewertungen
Raritäten 1.143 rumsJeder Rohstoff. Entscheidend sind Herkunft und Auflagenhöhe.Meist lange Fassreifung, oft Single CaskKonzentriert, eigenwillig, stark vom einzelnen Fass geprägtSammeln, Verkostungsrunden, besondere Anlässe8,8/10 29.362 Bewertungen
Gesüßt 363 rumsMeist MelasseUnterschiedlich, oft Solera. Gesüßt wird nach der Reifung.Weich, rund, Vanille, Schokolade, süßer AntrunkEinstieg, Dessert, pur auf Eis7,0/10 35.051 Bewertungen

Sorten, die quer zu den Stilfamilien liegen

Overproof, Fassstärke oder Navy beschreiben nicht den Grundstil, sondern die Ausprägung: Trinkstärke, Brennblase oder Fass. Sie tauchen deshalb in mehreren Stilfamilien gleichzeitig auf. Diese Listen führen dich zu den bestbewerteten Flaschen je Ausprägung.

Woran du eine Sorte erkennst

Drei Dinge prägen den Charakter stärker als alles andere: woher der Rum kommt, wie er gebrannt wurde und in welchem Fass er lag. Wer diese drei liest, ist unabhängig davon, was die Vorderseite des Etiketts verspricht. Wie Rum überhaupt entsteht, steht im Guide Was ist Rum.

Herkunft

Jamaika steht für estergetriebene Pot-Still-Rums; die schwersten Marken von Hampden liegen bei über 1.500 g Ester je Hektoliter reinen Alkohols. Barbados hält die Mitte und verschneidet Pot und Column, wofür Foursquare die Referenz ist. Kuba und die spanischsprachige Karibik stehen für leichte, weiche Column-Still-Profile. Guyana liefert die schweren Demerara-Rums mit dunklem Zucker und Trockenfrucht, Martinique den AOC-geschützten Agricole aus frischem Zuckerrohrsaft. Alle Länder stehen in der Herkunfts-Übersicht.

Brennblase

Ein Pot Still brennt chargenweise und lässt mehr Kongenere und Ester im Destillat: schwerer, öliger, aromatisch lauter. Ein Column Still arbeitet kontinuierlich und kann bis auf 96 % vol. treiben, wobei ein großer Teil der Aromastoffe abgetrennt wird: leichter, sauberer, mixfreundlicher. Viele Premium-Rums sind Verschnitte aus beidem. Schon die Gärung entscheidet mit: lange Gärung bringt mehr Ester und lautere Aromen, kurze Gärung ein ruhigeres, klareres Profil.

Fass und Reifung

Ex-Bourbon-Fässer geben Vanille und Karamell, Ex-Sherry-Fässer Trockenfrucht, Nuss und Schokolade, frisch ausgebrannte Eiche würzige und rauchige Noten. Wichtiger als die Jahreszahl ist oft das Klima: In der Karibik verdunsten pro Jahr etwa 6 bis 10 % des Fassinhalts, in europäischen Lagern nur etwa 2 bis 3 %. Ein tropisch gereifter Achtjähriger hat deshalb mehr Fasseinfluss gesehen als ein kontinental gereifter mit derselben Zahl auf dem Etikett. Im Solera-System bleibt immer ein Teil des älteren Rums im Kreislauf, weshalb die Zahl dort noch einmal etwas anderes bedeutet.

Welche Sorte passt zu dir?

Zum Mixen

Weißer Rum ist die Leinwand für Mojito und Daiquiri: leicht, frisch, er lässt Limette und Minze vorn. Für Tiki brauchst du mehr Druck, damit die Aromen durch Eis und Saft hindurch ankommen, dafür stehen die besten Rums für Tiki. Was Bartender tatsächlich greifen, steht in der Liste gemacht für Cocktails.

Pur zu trinken

Hier zählt, was das Fass gemacht hat, nicht was danach zugesetzt wurde. Ungesüßte Rums zeigen Rohstoff und Fass unverstellt, brauner Rum bringt Vanille, Karamell und Holz. Ein Nosing-Glas bündelt die Aromen deutlich besser als ein Tumbler. Konkrete Flaschen stehen unter beste Sipping-Rums.

Zum Verschenken

Eine klare Herkunftsangabe und eine ehrliche Altersangabe machen mehr Eindruck als eine schwere Flasche. Gut präsentierte Flaschen im passenden Preisbereich stehen unter beste Rums zum Verschenken. Wer jemanden beschenkt, der schon alles hat, findet unter Raritäten Single-Cask-Abfüllungen in kleiner Auflage.

Nach Budget

Ein guter weißer Rum fängt bei rund 15 € an, solider brauner Rum bei etwa 30 bis 40 €. Darüber wird es eine Frage von Fass und Auflage, nicht mehr von Trinkbarkeit. Unter 40 € liegt das meiste, was du für den Alltag brauchst: beste Rums unter 40 €. Wo der Preis am wenigsten weh tut, zeigt bestes Preis-Leistungs-Verhältnis.

In der RumX-Datenbank stehen über 25.000 Rums mit 320.000 Bewertungen aus der Community und Preisen von 40 Partnershops. Im Rum-Finder filterst du nach Stil, Herkunft, Preis und Bewertung, bis der Rum übrig bleibt, der zu dir passt.

Häufige Fragen zu Rum-Sorten

Diese Übersicht gruppiert Rum in sechs Stilfamilien: weißer Rum, brauner (gereifter) Rum, Rhum Agricole, gesüßter Rum, ungesüßter Rum und Raritäten. Dazu kommen Sorten, die quer dazu liegen, weil sie über die Ausprägung statt über den Grundstil definiert sind: Overproof, Fassstärke, Pot Still, Spiced, Navy und Sherry-Fass.

Weißer Rum ist klar, meist jung oder klar gefiltert, und spielt frisch und spritzig. Brauner Rum hat Zeit im Fass verbracht und bringt Vanille, Karamell und Holz mit. Die Farbe allein sagt allerdings wenig: Zuckerkulör darf in der EU zugesetzt werden, um die Farbe anzupassen, und Aktivkohlefilterung macht einen gereiften Rum wieder klar. Verlässlicher sind Alter, Brennblase und Herkunft. Mehr dazu bei weißem Rum und braunem Rum.

Ein milder brauner Rum aus Barbados oder ein leicht gesüßter Rum sind zugängliche Startpunkte. Sehr estergetriebene Pot-Still-Rums aus Jamaika und hochprozentige Overproof-Abfüllungen können beim ersten Kontakt überfordern. Wer es puristisch mag, probiert ungesüßten Rum. Konkrete Flaschen stehen in unserer Liste beste Rums für Einsteiger, und der Rum-Finder führt dich über vier Fragen zu deinem Stil.

Gesüßter Rum trägt zugesetzten Zucker für einen runderen, süßeren Antrunk; ungesüßter Rum zeigt den puren Charakter von Rohstoff und Fass.

Rhum Agricole wird aus frischem Zuckerrohrsaft gebrannt statt aus Melasse. Das Ergebnis ist grasig, mineralisch und ausdrucksstark.

Bei einer einzelnen Abfüllung steht die Zahl für die Zeit im Fass. Bei einem Verschnitt bezieht sie sich in der EU auf den jüngsten enthaltenen Rum. Im Solera-System wird dagegen oft der älteste Anteil genannt, obwohl auch deutlich jüngerer Rum im Kreislauf bleibt. Dazu kommt das Klima: acht Jahre tropische Reifung sind nicht dieselben acht Jahre wie in einem europäischen Lager.

An dem, was auf dem Etikett steht, und an dem, was fehlt. Herkunft, Brennblase und eine nachvollziehbare Altersangabe sind gute Zeichen. Zugesetzter Zucker ist in der EU bis 20 g pro Liter erlaubt und muss nicht deklariert werden, deshalb misst die Community ihn selbst und hält das Ergebnis pro Rum fest: ungesüßte Rums liegen im Median deutlich über den gesüßten. Der Preis allein sagt wenig.

Das entscheidet die Community, nicht die Redaktion. Neben jeder Sorte steht hier die Median-Bewertung aus allen Bewertungen, die RumX-Taster für Flaschen dieser Sorte abgegeben haben, dazu die Zahl dieser Bewertungen. Sorten mit wenigen Bewertungen sind entsprechend weniger belastbar. Eine kuratierte Auswahl über alle Sorten hinweg findest du unter die besten Rums.
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